Biene

Wissenswertes über Bienen, Honig und Co.

Sind Bienen gefährlich?

Die europäische Honigbiene zählt zu den friedfertigsten Bienenarten weltweit. So haben sich unter Einflussnahme der Imker im Laufe der Zeit vor allem jene Völker fortgepflanzt, die sich als besonders fleißige Honigproduzenten mit geringem Aggressionspotenzial unter Beweis gestellt haben. Oft wird die europäische Honigbiene jedoch mit heimischen Wespenarten verwechselt, die im Gegensatz zu ihr auf der Suche nach Nahrung nicht davor zurückschrecken, reich gedeckte Tische anzusteuern und bei uns damit für Unmut sorgen. Die Honigbiene konzentriert sich bei der Nahrungssuche lieber auf Blüten und dabei vor allem auf jene Arten, die ihr ausreichend Pollen und Nektar für die Versorgung ihres Volkes liefern.

bienen
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Was ist mit Allergikern?

Etwa vier bis fünf Prozent der Deutschen reagieren auf Insektenstiche mit einer allergischen Reaktion. Die Wahrscheinlichkeit auf einen Bienenstich allergisch zu reagieren ist also gering. Nachweislich sind es auch vor allem Wespenstiche, die bei Erwachsenen zu Reaktionen des Immunsystems führen und neben Schwellungen selten zu Atemnot, Bewusstlosigkeit usw. führen können. Zumeist hilft schon der richtige Umgang mit den Tieren dabei, den Stichen vorzubeugen. So sollten beispielsweise hektische Bewegungen oder schwarzbraune Kleidung beim direkten Kontakt mit Bienen vermieden werden. Es empfiehlt sich vor der Anschaffung der Völker mit den Nachbarn zu sprechen und sie über das Vorhaben zu informieren. Unsere bisherige Erfahrung hat gezeigt, dass selbst Allergiker um die Probleme der Bienen wissen und nach vorheriger Rücksprache gerne dazu bereit sind, die Stadt als alternativen Lebensraum weiter auszubauen.

Was sind die rechtlichen Bedingungen zur Bienenhaltung in der Stadt?

Das Halten von Bienen in der Stadt ist grundsätzlich gestattet. So entschied der Bundesgerichtshof in seinem Urteil vom 24.01.1992 (V ZR 274/90), dass ein Bestand von bis zu sechs Völkern als ortsüblich gilt. Darüber hinaus existieren für Bienen ähnliche Regularien wie für die Haltung von Kleintieren. In diesem Zusammenhang wird häufig auf Artikel 2.1 Grundgesetz verwiesen. Hiernach hat jeder das Recht, seine Persönlichkeit zu entfalten, sofern er Rechte anderer oder die verfassungsmäßige Ordnung nicht verletzt. Dazu zählt neben der Haltung von Hunden, Katzen oder anderen Tieren auch die Bienenhaltung. Nichtsdestotrotz bleibt die Biene ein Wildtier (§833 BGB) und hat damit eine rechtliche Sonderstellung. Um unnötigen Konfrontationen mit dem Vermieter oder der Hausverwaltung vorzubeugen, sollte man also vorab auf sie zugehen und sie über das geplante Vorhaben informieren. Auch hier zeigt unsere bisherige Erfahrung, dass sich Vermieter und Hausverwalter der Thematik des Bienensterbens bewusst sind und Bienenhaltung daher zumeist unterstützen.

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Fliegen die Bienen in unseren Wohn- oder Arbeitsbereich?

Bienen orientieren sich am Licht und fliegen stets in dessen Richtung. Da es während der Bienensaison in Innenbereichen meist dunkler ist als in Außenbereichen, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass sich eine Biene in die falsche Richtung verirrt. In den Abendstunden kehren die Bienen zurück in ihren Stock und verlassen diesen nicht mehr, bis zu den ersten Sonnenstrahlen des Tages. Sollte sich doch mal eine Biene verirrt haben, bitte nicht in Panik verfallen, sondern einen kurzen Augenblick abwarten, ob das Tier von selbst den Weg nach draußen findet. Bei Bedarf kann man mit einem Glas und einem Stück Papier vorsichtig nachhelfen.

Was passiert mit den Bienen wenn ich umziehe?

beesharing e.V. bietet den Bienenpaten eine sichere Ersatzunterbringung für die Dauer eines Umzuges. Sollte der Standort außerhalb Hamburgs liegen oder der neue Vermieter|Hausverwalter die Haltung von Bienen explizit untersagen, erlischt auch automatisch die Patenschaft zum Ende des Jahres. Unproblematisch sind vor allem Umzüge während der Wintermonate. Die Bienen befinden sich während dieser Zeit in ihrem sicheren Winterquartier und können zu Beginn des neuen Bienenjahres direkt an einen neuen Standort innerhalb Hamburgs ausgeliefert werden.

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Was ist mit den Nachbarn?

Schon jetzt befinden sich in Hamburg ungefähr 4.000 Bienenvölker, die sich auf Kleingärten, Balkone, Dächer und sonstige Standorte verteilen. Die Wahrscheinlichkeit, dass du bereits Nachbar eines Imkers und seiner Bienenvölker bist, ist hoch. Bisher liegen uns keinerlei negative Meldungen oder Prognosen der Stadt oder Presse vor, aus denen hervorgeht, dass unsere heimische Honigbiene den Alltag der Menschen in der Stadt gefährden könnte. Im Gegenteil, die Stadt bietet den Bienen den idealen Rückzugsraum vor Monokulturen und giftigem Pflanzenschutz. Darüber hinaus führt beesharing e.V. vor Abschluss einer Patenschaft eine Begehung der möglichen Standorte durch, um die Eignung dieser, auch in Hinblick auf die Nachbarschaft, zu überprüfen und Konflikten damit vorzubeugen.

Finden Bienen in der Stadt überhaupt genug Nahrung?

Neueste Untersuchungen zeigen, dass Bienen in der Stadt nicht nur ein ausreichendes Nahrungsangebot auf Brachflächen, Dächern, Balkonen oder in Kleingärten finden. Im Gegensatz zum ländlichen Lebensraum mit großen Anbauflächen stehen in der Stadt weitaus vielfältigere Nahrungsquellen auf engerem Raum zur Verfügung. Die fehlende Landwirtschaft in der Stadt hat darüber hinaus den Vorteil, dass Stadtbienen keinen negativen Belastungen durch Pflanzenschutzmittel ausgesetzt sind. In einem Flugradius von 3-5 km finden die emsigen Flugbienen alles, was sie und ihr Volk zum überleben benötigen.

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Ist der Honig aus der Stadt unbedenklich genießbar?

Stadtbienenhonig steht dem Landhonig qualitativ in nichts nach. Honigbienen verfügen über ein ausgeklügeltes Filtersystem, das schädliche Bestandteile wie Schmutz- oder Staubpartikel nahezu vollständig aus dem gesammelten Nektar entfernt. Partikel, die auch für die Bienen schwer vom Nektar zu trennen sind, wie Pflanzenschutzmittel, kommen in der Stadt nur unwesentlich vor. Sogar Landimker nutzen zunehmend die Stadt und ihr üppiges Nahrungsangebot und ziehen mit ihren Bienen durch die städtischen Blütentrachten. Das vielfältige Nahrungsangebot der Stadt gibt den verschiedenen Honigsorten nicht zuletzt eine besondere und regionale Würze.